Systemische Aufstellung

 

Was sind systemische Aufstellungen?

Das Systemstellen ist eine der viel Hauptströmungen in der modernen Psychotherapie. Es ist eine der bewährtesten und effizientesten Methoden, mit der Dynamiken innerhalb von Systemen aufgedeckt werden können.

Mit «System» meinen wir Familien, Paarbeziehungen, Unternehmen, Teams, Bevölkerungsgruppen oder die inneren Anteile eines einzelnen Menschen. So können beispielsweise auch Krankheiten oder Probleme wie Schlaflosigkeit, Stottern, Eifersucht, Schüchternheit, Suchtverhalten oder Kontakschwierigkeiten aufgestellt werden. Mit systemischen Aufstellungen (vielen auch bekannt als «Familienstellen») lassen sich Konflikte, Blockaden und Verstrickungen sichtbar und lösbar machen.

Die objektive Wahrheit

Die Aufstellungen ermöglichen den Beteiligten neue Einsichten in die Ordnungen und Zusammenhänge sozialer Systeme. Aufstellungen zeigen die objektive Wahrheit und geben Aufschluss darüber, was ist und was war. Verborgenes kommt ans Licht, und selbst Vergangenes kann sichtbar gemacht werde: Oft erleben die Teilnehmer einer Aufstellung auf eindrückliche Weise, wie vergangene Schicksale die Gegenwart beeinflussen, nicht selten über Generationen Hinweg.

Das innere Bild verändern

Aufstellungen helfen dir dabei, dein inneres Bild zu verändern. Das äussere Bild ist unveränderlich: Der Partner ist gestorben, die Kindheit war lieblos, der Missbrauch ist geschehen…
An den Tatsachen kann auch eine Aufstellung nichts ändern. Was wir jedoch ändern können, ist unser inneres Bild davon. Indem wir sehen und verstehen, warum uns grosses Leid zugestossen ist, wird der Weg frei für Vergebung und Versöhnung – mit den beteiligten Menschen, aber auch mit uns selbst. Wir achten unser eigenes Schicksal und das der Menschen, die damit verbunden sind. Indem wir aus ganzem Herzen annehmen, was ist, kommen wir zur Ruhe und finden den ersehnten Frieden – und die Freiheit.

Die Wahrnehmung schulen

Systemische Aufstellungen sind eine exzellente Schulung der eigenen Wahrnehmung. Indem wir uns in andere Personen hinein versetzen, nehmen wir Gefühle und Gedanken warh, die nicht unsere eigenen sind. Auf diese Weise wächst unsere Fähigkeit, menschliche Verhaltensweisen zu verstehen, die uns ansonsten fremd wären. Manche Teilnehmer berichten auch von einem Gefühl tiefer Liebe und Verbundenheit zur Menschheit und zum «großen Ganzen», das sie erfahren, wenn sie sich auf diese Wahrnehmungen einlassen.

Wie funktionieren systemische Aufstellungen?

Das Wichtigste zuerst: Sie müssen gar nichts Bestimmtes wissen, können, haben oder sein, um an einer systemischen Aufstellungen teilnehmen zu können. Es geschieht alles praktische von selbst.

Das Vorgehen beim Aufstellen gleicht ein bisschen einem Rollenspiel: Der Praxisboden dient als Art Bühne. Der Klient tragt sein persönliches Anliegen vor. Manche wissen bereits, was sie aufstellen wollen; andere erzählen in ihren Worten was sie bewegt, und der Moderator stellt auf, was gemeinsam erarbeitet werden soll.

 

Das «wissende Feld»

Stellt jemand zum Beispiel jemand aus seiner Herkunftsfamilie auf, wählt er für jede Person, die er aufstellen will einen Räpresentanten (bei mir sind es Teppiche, Aufstellungen mache ich meistens an Einzelsitzungen) und platziert diesen auf der «Bühne», so wie es ihm richtig erscheint. Interessanterweise beginnt der KlientIn als Stellvertreterin nun, so zu fühlen und sich so zu verhalten, wie es die Personen tun würden, für die sie stehen. Diese veränderte Wahrnehmung kommt ganz von selbst. Man muss weder die Person kennen, die man «Spielt», noch braucht man schauspielerisches Talent. Man muss nichts tun, es «tut» von ganz allein. Die Erklärung für dieses Phänomen liegt in der Existenz der moralischen Felder, auch «wissende Felder» genannt, wie sie der Biolog Rupert Sheldrake beschrieben hat.

 

Jeder tut nur, wozu er bereit ist

Der Leiter/Moderator der Aufstellung hat die Aufgabe, das zu übersetzen, was sich zeigt, und möglichst viele Informationen aus dem System heraus zu holen. Das tut Barbara beispielsweise, indem er den Stellvertretern bestimmte Fragen stellt. Er sorgt dafür, dass die Teilnehmer mit ihrer Rolle nicht überfordert werden. Es tut jeder nur das, was er bereit ist zu tun und wozu er im Stande ist. Wird man als Stellvertreter in eine Rolle gebeten, kann man jederzeit nein sagen. Es ist auch möglich, dass man nur als Statist teilnimmt, indem man sich aufstellen lässt, selbst jedoch keine Aufstellung macht. Und man kann, wenn man will, auch einfach nur zuschauen.

 

Es sollen alle zufrieden sein

Durch geschickte Umstellungen im System kann der Moderator herausfinden, wie ein Problem gelöst werden kann, Angestrebt wird die Zufriedenheit aller, die am aufgestellten System beteiligt sind. Tatsächlich erlebt man nicht selten, dass es später, im wirklichen Leben, Personen besser geht, die gar nicht physisch an der Aufstellung dabei waren. Auch dies ist eine Auswirkung des morphischen Felds.

 

Das Zwiebel-Prinzip

Schon eine einzige Aufstellungen kann vieles in Bewegung bringen. Oft funktioniert die Aufarbeitung eines Themas jedoch nach dem Zwiebel-Prinzip: Schicht um Schicht wird abgetragen, bis man zum Kern des Problems kommt. Was man aus einer Aufstelllung mitnimmt, wird verarbeitet und verinnerlicht, bevor die nächste Hülle abgestreift werden kann.

 

Betreuung während und nach der Aufstellung

Die Art der systemischen Aufstellung beinhaltet die persönliche Betreuung jedes einzelnen Teilnehmer während und auch nach der Aufstellung. Eine systemische Aufstellung ist befreiend, heilend und erleuchtend, kann aber gleichzeitig auch aufwühlend sein. Manchmal kommen Dinge ans Licht, die einem vielleicht Angst machen oder einfach ungewohnt sind. Barbara wird auch nach der Aufstellung für den KlientenInnen erreichbar sein, falls Fragen, Anliegen oder Unsicherheiten auftauchen.

 

Keine Angst – hab vertrauen!

 

Manche Menschen machen keine Aufstellung, weil sie fürchten, mit Dingen konfrontiert zu werden, ie sie nicht ertragen können. Diese Frucht ist unbegründet: jeder Mensch, der an einer Aufstellung teilnimmt, wird nur erfahren und erleben, was ihm zuzumuten ist. Es bekommt jemand nur soviel «aufgeladen», wie er zu diesem Zeitpunkt tragen kann. Ans Licht kommt nur, was sich zeigen darf.

 

Für wen sind die Aufstellungen?

 

Fragestellungen von Erwachsenen

  • Warum habe ich diese Krankheit oder Beschwerden?

  • Warum trinke/rauche/esse ich soviel?

  • Warum finde ich keine/n Partner/in?

  • Warum streiten wir so häufig?

  • Warum treffen mich immer wieder Schicksalsschläge?

  • Warum komme ich finanziell auf keinen grünen Zweig?

  • Warum bin ich so eifersüchtig?

  • Warum finde ich keine neue Arbeitsstelle/Perspektive?

  • Warum habe ich Schwierigkeiten mit der Kindererziehung?

  • Warum Fall ich bei Prüfungen immer durch?

  • Warum habe ich Angst vor dem Alleinsein?

  • Wie soll ich mich entscheiden?

  • Welcher Weg ist der beste für mich?

  • Visionssuche: Wo liegt für mich mein Potenzial?

 

Fragestellungen von Kindern und Jugendliche

  • Warum mögen mich die anderen nicht?

  • Warum hab ich Mühe beim Lesen/Schreiben/Rechnen?

  • Warum habe ich schlechte Noten, obwohl ich mich anstrenge?

  • Warum fall ich bei Prüfungen häufig durch?

  • Warum habe ich Stress mit meinen Eltern oder Lehrern?

  • Warum habe ich Probleme mit der Gesundheit (z.B. Asthma, Hautprobleme, Suchtprobleme, Essstörungen, Allergien usw.)?

  • Warum fühle ich mich in unserer Familie/Patchwork-Familie nicht wohl?

  • Warum finde ich keine Lehrstelle?

 

Fragestellungen von Firmen und Gruppen

  • ​Warum sind wir nicht erfolgreich?

  • Warum arbeitet unser Team nicht gut zusammen?

  • Warum haben wir soviel Personalwechsel?

  • Warum finden wir nicht die richtigen Mitarbeitenden?

  • Warum findet der Inhaber keinen Nachfolger?

  • Warum finden wir keinen geeigneten (neuen) Standort?

  • Diese Beispiele sind nur eine kleine Auswahl möglicher Fragestellungen. Grundsätzlich kann jedes Thema aufgestellt werden.

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